Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

Eine Erfolgsgeschichte: Neue CD aus dem Tschaikowsky-Zyklus erschienen

Mit der Symphonie Nr. 3 und Auszügen aus dem Ballett „Dornröschen“ findet der bisher von der Fachkritik als herausragend beurteilte Tschaikowksy-Zyklus mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Leitung seines Ehrendirigenten Dmitrij Kitajenko Fortsetzung. Damit sind bisher sechs von insgesamt acht geplanten CDs bei OehmsClassics erschienen.

Tschaikowskys „Dritte“, die gemeinhin zu den frühen Symphonien zählt, wird auch als seine „polnische“ Sinfonie bezeichnet, da Polonaisen-Rhythmen ihr Finale prägen. Genauso treffend wäre der Beiname „deutsche" Sinfonie: Schließlich trägt der zweite Satz die Überschrift „Alla tedesca“. Insgesamt enthält das 1875 entstandene Werk fünf Satze statt der üblichen vier. Das Moskauer Publikum nahm die Uraufführung der „Dritten“ sehr positiv auf, doch später wurde ihr Erfolg  zunehmend von dem der drei „reifen“ Sinfonien verdunkelt. Allzu leicht vergisst man darüber jedoch, dass auch Tschaikowskys frühes sinfonisches Schaffen – vor allem die zu Unrecht vernachlässigte »polnische« Sinfonie – von großer Gestaltungskraft zeugt.

Fast noch bekannter als Tschaikowskys Sinfonien wurden seine Ballette. Sie setzten in ihrer Zeit Maßstäbe: Zuvor war russische Ballettmusik reine Begleitung zum Tanz gewesen, die Spezialisten nach strikten Vorgaben herstellten. Tschaikowsky respektierte zwar ebenfalls die Wünsche des berühmten Choreographen Marius Petipa, doch seine geniale Musik inspirierte umgekehrt auch die tänzerische Gestaltung. „Jeder Auftritt, überhaupt jeder Bühnenvorgang“, so schwärmte Igor Strawinsky von Tschaikowskys 1890 uraufgeführtem „Dornröschen“, „ist immer individuell nach dem Charakter der jeweiligen Person behandelt und jede Nummer hat ihr eigenes Gesicht.“ Solche Ballettmusik konnte selbst ohne Tanz auf der Konzertbühne bestehen, und so setzte sich  „Dornröschen“, ebenso wie „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“, auch als Orchestersuite durch.

Pjotr. I. Tschaikowsky, Symphonie Nr. 3 D-Dur op. 29 (“Polnische”)
Dornröschen-Suite op. 66a (Auszüge)
1 SACD | OC670