Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko
Cover Tschai4

Neuerscheinung: Tschaikowskys 4. Symphonie und "Capriccio italien"

Schaffensimpulse aus Schicksalskrisen

Für die neueste Veröffentlichung aus seinem Tschaikowsky-Zyklus mit dem Gürzenich-Orchester kontrastiert Dmitrij Kitajenko die schicksalsschwere 4. Symphonie mit dem funkensprühenden „Capriccio Italien“. Mit dieser siebten von insgesamt acht CDs bei OehmsClassics steht die Gesamteinspielung kurz vor ihrem Abschluss.

„Das ist das Fatum, jene verhängnisvolle Macht, die […] wie ein Damoklesschwert über unserem Haupte schwebt und unsere Seele unentwegt vergiftet“ – so charakterisierte Tschaikowsky in einem Brief an seine Gönnerin Nadescha von Meck den Hauptgedanken seiner vierten Symphonie. Im Jahr zuvor, 1877, hatte er im verzweifelten Versuch, die – im zaristischen Russland lebensbedrohlichen – Gerüchte über seine Homosexualität zu zerstreuen, eine ehemalige Studentin geheiratet. Das ging schief, und der Komponist erlitt einen Nervenzusammenbruch. Doch die Lebenskräfte kehrten wieder und entluden sich in zwei großartigen Werken: Der Oper „Eugen Onegin“ und eben jener 4. Symphonie, die bei aller Tragik auch träumerisch-melancholische und heitere Momente entfaltet.

Ergänzt wird diese Aufnahme, die 2010 im Studio des Gürzenich-Orchesters entstand, mit Tschaikowskys liebenswürdiger Orchester-Fantasie „Capriccio Italien“. Hier offenbart sich einmal mehr die Stärke von Dmitrij Kitajenkos Interpretationen, der seine immense Erfahrung im russischen Repertoire stets für eine wache, alle Klischees klug vermeidende Lesart einsetzt. Voraussichtlich im Februar 2014 wird der Zyklus mit Tschaikowsky 7. Symphonie abgeschlossen.