Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

Zwei Konzerte mit dem Qatar Philharmonic

Dmitrij Kitajenko ist für zwei Konzerte mit dem 'Qatar Philharmonic Orchestra' in Doha. Am 13. Mai dirigiert er das Orchester im lokalen Opernhaus in einem Milhaud-Saint-Saëns-Prokofiev-Programm.
Als Europa in den 1920er Jahren vom Jazzfieber ergriffen wurde, studierte der Franzose Darius Milhaud den Jazz in den Ghettos von Harlem, und spürte den Wurzeln dieser Musik in Lateinamerika und auf den Antillen nach. Zurück in Frankreich setzte er die Eindrücke in seinem Ballett 'La Création du monde' um, einer von afrikanischen Volksmythen inspirierten Urwald­ und Urweltphantasie.
"Das Orchester mit 18 Soloinstrumenten entsprach den Bands, die ich in Harlem gehört hatte", schrieb Milhaud in seiner Autobiographie. Die Premiere fand im Oktober 1923 im 'Théâtre des Champs­Elysées' statt und wurde zum Skandal. Kritiker bezeichneten das Stück als frivol, eher für den Tanz­ als für den Konzertsaal geeignet… Die Zeit gab ihnen Unrecht, und vor allem die auch von Maestro Kitajenko in Doha gespielte Suite aus dem Ballett setzte sich durch.

Es folgt Camille Saint-Säens' Konzert für Violoncello und Orchester op. 33 mit dem 1991 geborenen russischen Cellisten Alexey Stadler.
Das Programm endet mit der 5. Symphonie op. 100 von Sergei Prokofiev. Über dieses Werk sagte der Dirigent Serge Koussevitzky im Uraufführungsjahr 1945: "Die Fünfte Symphonie ist das größte musikalische Ereignis seit vielen, vielen Jahren, das größte seit Brahms und Tschaikowsky. Sie ist großartig. Sie ist gestern, sie ist heute und sie ist morgen."

In einem zweiten Programm, am 20. Mai dirigiert Dmitrij Kitajenko Anton Bruckners Symphonie d-moll, die sogenannte "Nullte", aber eigentlich seine dritte Symphonie (nach der Ersten und der f-Moll-Symphonie von 1863). Sie ist ein hochinteressantes Werk. Einerseits sind ganz deutlich die typisch Brucknerschen Merkmale zu erkennen, andererseits spürt man noch sehr deutlich die Einflüsse eines Schumann und Mendelssohn. Es folgt 'Francesca da Rimini' op. 32, eine Sinfonische Dichtung, die auf dem 5. Gesang aus der Göttlichen Komödie des italienischen Dichters Dante Alighieri basiert, der die unglückliche Liebe von Francesca da Rimini zu Paolo, dem Bruder ihres Ehemannes schildert, der beide auf frischer Tat ertappt und tötet.
Beschlossen wird das Konzert mit Igor Strawinskys 'Feuervogel'-Suite in der Version von 1919.