Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

Rarität demnächst im Konzert: Tschaikowskys Sinfonie in Es-Dur "7. Sinfonie"

Wie Mahlers 10. Symphonie oder Mozarts Requiem, so hat auch Peter I. Tschai-kowsky ein unvollendetes Werk hinterlassen, das hierzulande so gut wie unbekannt ist: die Symphonie in Es-Dur "7. Symphonie". Nachdem der russische Komponist Semjon Bogatyrjow bereits in den 50er Jahren diese viersätzige Symphonie rekonstruiert hatte, wurde sie am 7. Februar 1957 in Moskau uraufgeführt. Während sie in Russland gelegentlich in den Konzertsälen erklingt, ist sie andernorts extrem selten zu hören. Im Rahmen ihres Tschaikowsky-Zyklus werden Dmitrij Kitajenko und das Gürzenich-Orchester diese Sinfonie Es-Dur op. posth. nun am 22., 23. und 24. April in der Kölner Philharmonie aufführen.

Nach Abschluss seiner 5. Symphonie aus dem Jahre 1888 hatte Tschaikowsky begonnen, nach mehreren Anläufen schließlich im Mai 1892 eine Symphonie in Es-Dur zu komponieren. Im Oktober 1892 setzte er die Arbeit an dieser eigentlich    6. Symphonie fort. Am 4. November war das komplette Werk skizziert und der 1. Satz zur Hälfte orchestriert. Im Februar 1893 wollte Tschaikowsky bei einem Wohltätigkeitskonzert in Moskau die Uraufführung leiten. Doch dazu kam es nicht: Er war mit seinem Werk unzufrieden und legte es Ende des Jahres vor der Fertigstellung beiseite. Tschaikowsky wandte sich einer neuen Symphonie zu, die er nur sechs Monate später als 6. Symphonie h-moll („Pathétique“) veröffentlichte. Seinem Neffen Wladimir Dawidow hatte er zwar mitgeteilt, das Material der unvollendeten Symphonie in Es-Dur vernichtet zu haben. Doch das stimmte nicht: Er bearbeitete die Sätze 1, 2 und 4 und schuf daraus sein 3. Klavierkonzert in einem Satz, das Andante und Finale Op. 79 sowie „Scherzo-Fantasie“ op. 72/10.