Dimitrij Kitajenko (Dmitry, Dmitri, Dimitri, Kitayenko, Kitaenko)
Kitajenko

Pathos ohne Kitsch

Webers "Oberon"-Ouvertüre (...) hatte mit gutem Recht und Glück romantisches Flair verbreitet - in der Herausstellung der einzelnen Instrumente (Horn!) mit ihren jeweiligen idiomatisch-poetischen Qualitäten, im Gegeneinander von Traumsphäre und ritterlichem Glanz. Zum Schluss dann eine erwartungsgemäß packende, auch emotional berührende Tschaikowsky-Interpretation (Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64, Anm. d. Red.). Kitajenko ist halt nie nur Ausdrucksmusiker, der auf die schlichte Überwältigung durch katastrophisch oder triumphal wiederkehrende Leitthemen setzt. Vielmehr steigt er in die Konstruktion hinein, legitmiert die Formzäsuren, so dass die sattsam bekannten Höhepunkte nicht aufgesetzt erscheinen, sondern als Resultate eines genau gestalteten sinfonischen Prozesses. So schafft er etwas, das zu erreichen schwächeren Tschaikowsky-Dirigenten schwer fällt: Pathos ohne Kitsch. Auf die CD-Aufnahme darf sich das Publikum freuen.

Markus Schwering, Kölner Stadt-Anzeiger, 22. März 2011

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